Kleintierpraxis Ingo Lühr

 

praktischer Tierarzt in Gummersbach - Zentrum

                        


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Kastration des Rüden

Zu der Kastration eines Rüden wird unter verschiedenen Gesichtspunkten geraten, in einer Zusammenfassung möchten wir Ihnen die wichtigsten Gründe einmal vorstellen:  

Der vor allem medizinisch relevante Grund, eine Kastration zu befürworten, ist die fast völlige Reduzierung einer hormonbedingten Prostatavergrößerung. Unkastrierte ältere Rüden neigen zu einer Prostatavergrößerung, was sich in bluthaltigem Harn, Kotabsatzschwierigkeiten und sogar Vorwölbungen im Analbereich auswirken kann. Diesem das Tier sehr belastenden Problem kann mit einer Kastration effektiv vorgebeugt werden. Zusätzlich muß man bedenken, daß eine vergrößerte Prostata auch eine höhere Tendenz zur Entartung (Krebs) hat.

Das bei den meisten Rüden mehr oder weniger stark ausgeprägte ständige Eitertropfen aus der Vorhaut ( der sog. Präputialkatharr) verschwindet nach der Operation oftmals ganz oder wird stark reduziert. 

Oft wird eine erwünschte Verhaltensänderung als Hauptgrund für eine Kastration angegeben. 

Bei der Kastration eines jungen Rüden (unter 2 Jahren) ist eine Verhaltensänderung in der Regel zu erwarten, läufigen Hündinnen wird weniger stark oder teils gar nicht mehr nachgestellt, ebenso nimmt die Neigung zum weitläufigen Streunen und zum Einhalten eines zu großen Radius um den Besitzer herum beim Spaziergang meist ab.

Ein eventuell vorhandenes aggressives Verhalten anderen Rüden gegenüber kann sich merklich abschwächen. 

Bei älteren Rüden ist solch eine Veränderung durchaus möglich und auch wahrscheinlich, kann aber aufgrund von bereits geprägtem und erlernten Verhalten nicht zu 100% garantiert werden, ebenso zeigen sich auch sehr wenige Rüden nach der Kastration weiterhin etwas interessiert für das andere Geschlecht. 

Wenn Zweifel an der zu erwartenden Wirksamkeit einer Kastration auf das Verhalten bestehen, z. B., weil der Rüde schon älter ist, oder sehr intensiv am anderen Geschlecht interessiert ist, sehr aggressiv gegenüber anderen unkastrierten Rüden ist oder wenn eine OP im Moment nicht gewünscht ist, gibt es die Möglichkeit, die Kastration vor der Operation „ zu testen “: 

Dabei wird ein kleines Stäbchen als Depotpräparat zwischen die Schulterblätter unter die Haut gelegt, welches 6-9 Monate lang wirkt wie eine chirurgische Kastration (Verhinderung der Testosteron-Bildung), nach Wirkende des Präparates kommt aber die „volle Männlichkeit“ ohne bleibende Schäden wieder. Die Implantation des Stäbchens dauert nur wenige Sekunden ohne jede Narkose!

Wir beraten Sie zu dieser Möglichkeit gerne umfassend und haben weitere Informationen dazu in der Praxis vorrätig - Besuchen Sie uns!

 

Die Hormonumstellung nach der OP oder dem Depotpräparat geht langsam von statten, nach ca. 6 Wochen macht sich die Verminderung an männlichem Hormon im Verhalten bemerkbar. 

Die Operation ist ein Eingriff, der gut vertragen wird und i.d.R. keine Komplikationen nach sich zieht, wenn in der Heilungsphase die Naht und der Hodensack vor Belecken geschützt werden. 

Der einzige in diesem Zusammenhang zu nennende „Nachteil“ einer Kastration beim Rüden ist die manchmal vorhandene Neigung, einen höheren Appetit zu haben und dabei das Futter besser zu verwerten, was bei gleich bleibender Futtermenge zum Dickwerden führen kann. Durch eine angepasste reduzierte Fütterung kann diesem Problem aber effektiv vorgebeugt werden.

Es gibt speziell  angepasste Futter für kastrierte Tiere - wir beraten Sie dazu gerne! 

Als Zusammenfassung kann man festhalten, dass es viele gute Gründe für eine Kastration des Rüden gibt, medizinische Gründe sowie auch das Verhalten betreffende, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation sehr gering ist.

 Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und freuen uns auf Ihren Anruf und auf Ihren Besuch.

 Das Team der Kleintierpraxis Ingo Lühr

 

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